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Bauwirtschaft freut sich

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Bauwirtschaft freut sich über ein positives Jahresergebnis 2014

Für das Jahr 2014 können die heimischen Bauunternehmen zufrieden Bilanz ziehen. „Nach einem verregneten Frühjahr, einem durchwachsenen Sommer und einem schönen Herbst zeichnet sich bis Ende 2014 ein gesundes Plus ab“, freut sich IM Franz Drexel.

Diese Bilanz gaben die Vertreter der Bauinnung auf der Jahresabschlusspressekonferenz in der Bauakademie im WIFI Hohenems bekannt. Laut aktueller Blitz-umfrage sind die Erwartungen der Unternehmer für das erste Halbjahr 2015 insgesamt positiv (plus 6,48 %). Im öffentlichen Tiefbau (minus 11,35 %) sowie im öffentlichen Hochbau (minus 2,04 %) und dem Industrie- und Gewerbebau (minus 2,41 %) sind die Einschätzungen zwar negativ, der Wohnbau wird jedoch durchwegs positiv (+5,37 %) eingeschätzt – allerdings verhaltener als bei der Blitzumfrage 2013.

Bürokratie als Preistreiber

Einem Plus von 8,57 Prozent steht nun ein Plus von 5,37 Prozent gegenüber. Franz Drexel sieht den Grund dafür ganz klar in den überbordenden Vorschriften und der bürokratischen Belas- tung, die sich als Kostentreiber auf die Preise niederschlagen.

Bis zum Jahresende sind die Bauunternehmen in Vorarlberg gut ausgelastet. In der diesjährigen Befragung schätzen sie die aktuelle Auftragslage um 8,52 Prozent höher ein als im November des Vorjahres, so das Ergebnis der immer zum Jahresende durchgeführten Blitzumfrage unter den Vorarlberger Bauunternehmen. Innungsmeister Franz Drexel bestätigt diesen Trend nach Gesprächen mit Bauunternehmen in ganz Vorarlberg: „Die Ausschreibungen sind auf einem sehr guten Niveau – dank des Wohnbaus, er ist momentan der Träger der Baukonjunktur. Die schwierigen gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen aber befürchten, dass es längerfristig zu einer Abflachung der Baukonjunktur kommt. Wir begrüßen daher die Einrichtung der versprochenen Deregulierungskommission auf Landesebene. Damit können bestehende und geplante Regelungen auf anfallende Kosten, ihre bürokratischen Belastungen und ihre Notwendigkeit überprüft werden.“

Hoffnungsträger Wohnbau

Im Gegensatz zu Industrie- und Gewerbebauten sowie dem öffentlichen Hoch- und Tiefbau sind die Prognosen für den Wohnbau derzeit noch optimistisch. Die Unternehmen hoffen auf ein Plus von 5,37 Prozent im kommenden Jahr. Grund dafür sind die Wohnbauförderung neu sowie die Ankündigungen der Politik, in den nächsten Jahren verstärkt leistbaren Wohnraum zu schaffen. So sollen in Zukunft jährlich 500 neue gemeinnützige Wohnungen errichtet werden. „Tatsächlich sind aktuell auch viele gemeinnützige und private Wohnanlagen ausgeschrieben“, erklärt Karl Grabher, in der Bauinnung für den Wohnbau zuständig.

Er warnt allerdings vor zu viel Optimismus, da die Zahlen der Entwicklung der Wohnbauförderung immer verhältnismäßig gesehen werden müssen. Während der Durchschnitt der letzten sechs Jahre bei 1.293 Wohneinheiten pro Jahr lag, waren es im Jahr 2013 nur 1.061 Wohneinheiten. Auch im laufenden Jahr wird der angesprochene Durchschnitt wahrscheinlich nicht erreicht werden. Dies bedeutet insgesamt einen leichten Rückgang von geförderten Wohnungen. Für Grabher ist dies das Ergebnis einer Wohnbaupolitik, die jahrelang den Fokus der Wohnbauförderung auf Ökologie sowie Energie und weniger auf soziale und eigentumsbildende Parame-ter gelegt hat.

Wohnbauförderung neu wirkt positiv

Eine Trendwende ist laut Grabher seit der Einführung der neuen Wohnbauförderung im April dieses Jahres spürbar. Sie bringt eine Vereinfachung und Erhöhung der Basisförderung sowie längere Laufzeiten und somit monatlich geringere Rückzahlungsbelastungen. Für die Bauherren bedeutet dies deutliche Erleichterungen und eine bessere Finanzierungshilfe beim Erwerb von Eigentum. „Gleichzeitig werden Themen wie Barrierefreiheit, Ökologie und Energieeffizienz in der neuen Wohnbauförderung berücksichtigt, aber auch soziale Aspekte wie die Familienförderung“, betont Grabher.

Gebühren belasten den Konsumenten

Dringenden Handlungsbedarf sieht Grabher im Abbau der einschlägigen bauspezifischen Gesetze, Verordnungen und Normen für den Wohnbau. Denn die kontinuierlich steigenden Gebühren und Abgaben, die schlussendlich die Konsumenten belasten, dürfen in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Dazu führt Grabher ein Beispiel an: „Eine Jungfamilie, die Wohnungseigentum um ca. 200.000 Euro erwerben möchte, muss an den Staat etwa fünf Prozent an Steuern und Abgaben bezahlen. Das sind in diesem Beispiel 10.000 Euro reine Steuerkosten.“

Hoch- und Tiefbau mit negativen Prognosen

Die Prognosen in den Bereichen öffentlicher Hochbau (minus 2,04 %) und öffentlicher Tiefbau (minus 11,35 %) sind im Gegensatz zum Wohnbau negativ. Der Verantwortliche für diese Bereiche, Alexander Stroppa, begründet dies einerseits mit der zunehmend schwierigen finanziellen Situation der Gemeinden aber auch mit der aktuellen politischen Lage in Österreich und Europa: „Wenn das Vertrauen in die politische Zukunft nicht vorhanden ist, sind die Unternehmen nicht bereit, langfristig zu planen und zu investieren. Ist die Konjunktur rückläufig, gehen auch die Investitionen zurück. Deshalb sollten die politischen Verhältnissen unbedingt kalkulierbarer werden und den Menschen Stabilität vermitteln.“

Auch die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand zeigen Auswirkungen auf den Tiefbau. Einige Großprojekte, wie die Sägerbrü-cke in Dornbirn oder die Umfahrung Andelsbuch, befinden sich derzeit in der Umsetzung bzw. der Vorbereitung, allerdings wurden nicht alle Aufträge an heimische Unternehmen vergeben. So zum Beispiel das Straßenbauprojekt am Arlberg zwischen Stuben und St. Christoph, für das ein ARGE aus Ostösterreich den Zuschlag erhielt.

Hier appelliert Stroppa an die Politik: „Im Sinne der Wertschöpfung ist die Politik gefordert, die Aufträge zu einem möglichst hohen Prozentsatz im Land zu vergeben. Sonst fehlen unseren Handwerks- und Gewerbebetrieben die Aufträge und sie können ihre Mitarbeiter nicht ausreichend beschäftigen.“

Forderung: Vernünftige Rahmenbedingungen

„Wir kämpfen seit Jahren gegen die Flut von Richtlinien und bürokratischen Kostentreibern – leider ungehört. Täglich sind wir mit neuen Normen konfrontiert, die das Bauen immer noch teurer machen“, warnt Innungsmeister Franz Drexel und fordert die Landesregierung auf, die Bauagenden in einer Baudirektion unter der Leitung von Praktikern zu bündeln. „Denn vernünftiges Bauen zu vernünftigen Rahmenbedingungen ist die einzige Möglichkeit, auch vernünftige Preise zu machen, die allen zugute kommen.“

„Für Vorarlberg heißt das – und hier möchte ich den Landeshauptmann beim Wort nehmen – dass die Baurechtsabteilung der Hochbauabteilung angegliedert werden muss. Wenn Juristen und Praktiker aus der Baubranche zusammenarbeiten, kann aus einer Mischung von Theorie und Praxis eine optimale Lösung erarbeitet werden. Komplizierte und preistreibende Regulative müssen bereits in ihrer Entstehung erkannt und verhindert werden“, so der Innungsmeister.

(Quelle: Wirtschaftskammer Vorarlberg)

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