Regenwasser optimal nutzen

 
Wasser aus der Regentonne eignet sich hervorragend zum Gießen.

In Vorarlberg regnet es jedes Jahr ca. 4.900 Millionen m³ Wasser vom Himmel. Der Löwenanteil dieses Regenwassers fließt bislang ungenutzt auf das Ländle und wird vom Erdboden und den Seen aufgenommen. Es ist gut für den heimischen Garten und die Natur im Allgemeinen, wäscht Schmutz von Autos und Hausdächern. Doch das Regenwasser kann sehr viel mehr, wenn es aufgefangen und in den Verbrauchskreislauf von Privathäusern und Betrieben geleitet wird. Für viele Zwecke wird noch wertvolles Trinkwasser ver(sch)wendet, obwohl das gar nicht nötig wäre: Jeder Mensch in Vorarlberg verbraucht pro Tag etwa 140 Liter Wasser. Davon werden nur ungefähr 3 Liter zum Verzehr genommen!

Die Spülung der Toiletten, das Wässern des Gartens, Wäschewaschen in der Maschine und viele weitere Dinge können mit aufgefangenem Regenwasser durchgeführt werden. Das bewirkt nicht nur, dass die natürlichen Wasserressourcen geschont werden, sondern auch eine Kostenersparnis für diejenigen, die eine Regenwasserauffanganlage installieren, in einem neu zu bauenden Haus oder als Sanierungsmaßnahme.
 

Und so wird es gemacht:
Die Normen für die Regenwassernutzung findet man unter der Önorm B 2572. Diese muss der zukünftige Besitzer einer Auffanganlage nicht kennen, denn die Profis für moderne Haustechnik sind dafür die Experten. Sie sind bei schaffa.at als Ansprechpartner aufgezählt. Bei einer Regenwasserauffanganlage wird das Wasser vom Dach in Fallrohre zu einem Grobfilter geleitet und danach in eine Zisterne, den Auffangbehälter. 10 Prozent des aufgefangenen Wassers werden mitsamt der Rückstände aus dem Grobfilter direkt zum Regenwasserkanal oder der Versickerung geführt. In der Zisterne - in den Erdboden oder ebenerdig gebaut - setzen sich Sedimente ab, die man etwa alle 7 Jahre entfernen sollte. Von der Zisterne aus übernimmt eine Regenwasserpumpe alle weiteren Aufgaben: die Einspeisung ins Hausnetz, Kontrolle des Wasserstandes, Nachspeisung mit Wasser aus dem öffentlichen Netz, falls die Zisterne zu wenig Regenwasser hat.
Grundsätzlich eignet sich jedes Dach für die Installation einer Auffanganlage. Beschränkungen gibt es bei Dächern, die mit Bitumen beschichtet sind, Asbestzement oder Metall beinhalten. Bei begrünten Dächern kann es zu erdigem Duft kommen. Unter solchen Voraussetzungen kann die Regenwasserauffanganlage aber zumindest zur Toilettenspülung verwendet werden. Bei allen anderen Dächern, ob flach, spitz, Pultdach oder eine andere Form, gibt es weit mehr Nutzungsmöglichkeiten.

Welchen Umfang eine Regenwasserauffanganlage haben soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Größe des Daches, der Personen im Haushalt und deren Brauchwasserverbrauch (nicht Trinkwasser) und der Niederschlagsmenge in Vorarlberg. Aus diesen Faktoren wird die Größe der Zisterne oder des Tanks im Garten (aus Kunststoff oder Beton) berechnet. Die Spezialisten für den Anlagenbau, die man bei schaffa.at findet, übernehmen die Berechnungen und auch die Beratung über Fördermöglichkeiten des Landes Österreich und der Gemeinden. Innerhalb eines Jahres kann ein Haushalt mit vier Personen um die 70.000 Liter Trinkwasser sparen und damit auch die Kosten dafür. 

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