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Gewerbe und Handwerk gerät auch in Vorarlberg zunehmend unter Druck

Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk liegt, was die Umsatzzahlen betrifft, nur noch leicht über dem österreichischen Durchschnitt.

Dies ergab der aktuelle Konjunkturbericht der KMU Forschung Austria (Konjunkturbeobachtung im 1. Quartal 2015). Mit mehr als 30.000 Betrieben ist das Gewerbe und Handwerk im Land der größte Arbeitgeber. Darüberhinaus beschäftigt die Sparte rund 2.600 Lehrlinge und ist somit auch der bedeutendste Ausbildner in Vorarlberg. Wie die aktuellen Konjunkturzahlen zeigen, gerät die Sparte jedoch zunehmend unter Druck.

Umsätze rückläufig

Seit dem Jahr 2011 verläuft die Umsatzentwicklung in Vorarlberg sinkend. Inzwischen hat man fast die österreichweiten Zahlen erreicht. „Wir liegen noch leicht darüber“, sagt Spartengeschäftsführer Thomas Peter.

Bei Export Nr. 1

16,3 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen im Vorjahr auf Exporte. Dies stellt den höchsten Exportanteil in ganz Österreich dar. „Hier bekommen wir natürlich auch den internationalen Trend stark zu spüren“, weiß Peter. Nicht zuletzt, weil das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk eine der tragenden Säulen der Inlandskonjunktur darstellt, sei die Politik jetzt erst recht gefordert.

„Es gilt, die Gesetze und Verordnungen auf Bundes- und Landesebene zu vereinfachen und zu deregulieren“, fordert der Spartengeschäftsführer. Speziell in Vorarlberg sei es notwendig, bei den baurechtlichen Vorschriften einen Schritt in Richtung Vereinfachung zu setzen, um die Konjunktur zu beleben. Die Rahmenbedingungen bei den Gesetzen und den Fördermaßnahmen müssen passen.

„In dem Zusammenhang halte ich die Zielorientierung für absolut wichtig“, betont Thomas Peter. Geschäftslage im 1. Quartal 2015

Im 1. Quartal 2015 beurteilen

  • 23 % der Betriebe die Geschäftslage mit “gut“ (Vorjahr: 34 %),
  • 59 % mit “saisonüblich“ (Vorjahr: 55 %) und
  • 18 % der Betriebe mit “schlecht“ (Vorjahr: 11 %).

Investitionen

Im Durchschnitt investierten die Vorarlberger Gewerbe- und Handwerksbetriebe im Jahr

2014 mit rd. € 5.600,- je Beschäftigten um 36 % weniger als im Vorjahr (€ 8.700,-). 2014 tätigten 60 % der Betriebe Investitionen. Beim Großteil der Investitionen handelte es

sich um Ersatzinvestitionen (53 %), 27 % waren Erweiterungsinvestitionen und 20 %

Rationalisierungsinvestitionen. 43 % der Betriebe planen, im Jahr 2015 Investitionen vorzunehmen.

Für das 2. Quartal 2015 erwarten

  • 24 % der Betriebe (Vorjahr: 21 %) steigende Auftragseingänge bzw. Umsätze gegenüber dem 2. Quartal des Vorjahres,
  • 62 % keine Veränderung (Vorjahr: 68 %) und
  • 14 % Rückgänge (Vorjahr: 11 %).

 

Die Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung im 1. Quartal 2015 basieren auf den Meldungen von 281 Betrieben mit 4.349 Beschäftigten.

Quelle: Wirtschaftskammer Vorarlberg

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