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Heizen mit Infrarotheizungen unter die Lupe genommen

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Schwarzach. (VN-bem) Sie sind in der Anschaffung kostengünstig, einfach zu bedienen, gestalterisch sehr flexibel und boomen derzeit – Infrarotheizungen (IR-Heizungen). Besonders bei Altbauten werden die Heizsysteme als ausgesprochen unauffällige, und in der Montage flexible Alternative empfohlen. Sie können als Spiegel oder Bilder dekorativ „getarnt“ werden. Jedoch sind Infrarotheizungen Strom-Direktheizungen und in Österreich bei Neubauten als Hauptheizsystem verboten, da sie als ineffizient und unökologisch gelten.

Infrarotheizungen machen also nur in bestimmten Bereichen Sinn. „Strom ist viel zu wertvoll, um ihn direkt zu verheizen. Das ist nicht effizient“, will Helmut Burtscher, Leiter der VKW Gebäudetechnik und des Energieservice sensibilisieren. Auch solle man sich laut Burtscher darüber bewusst sein, dass die Stromerzeugung besonders im Winter, wenn der Anteil von Kohle, Öl- und Gasstrom hoch ist, auch Emissionen verursacht. Am Einsatzort wie der Wohnstube produzieren die IR-Heizungen jedoch weder Emissionen noch Schadstoffe.

Funktionsweise der IR-Heizung Die IR-Plattenheizelemente bestehen im Kern aus einem Heizleiter, der elektrische Energie in Wärme umwandelt. Damit diese hauptsächlich an den Raum abgegeben werden kann, sind die Paneelen auf der Rückseite gedämmt. Die Frontabdeckung wird auf eine Oberflächentemperatur zwischen 80 und 120 Grad Celsius aufgeheizt. Durch die hohen Temperaturen wird die Wärme nicht mehr an die Raumluft, sondern in Form von Wärmestrahlung im Infrarotbereich abgegeben. „Über Strahlungswärme wird nicht die Raumluft, sondern Personen, Möbel und Wände in den Räumen aufgeheizt. Man muss aber darauf achten, das die Räume nicht zu groß sind und dass bei der Installation die bestehenden Stromleitungen vom Fachmann geprüft werden“, macht er aufmerksam.

Nachteile der IR-Heizung Auch müsse man bedenken, dass die IR-Heizungen keine Speichermöglichkeiten haben und die Betriebskosten im Vergleich zu anderen Systemen sehr hoch sind. Im Vergleich mit einem Nachtspeichersystem sei dies sogar ein Rückschritt. Sinn mache, so Burtscher, die Anwendung in einzelnen Räumen, die selten genutzt werden und einen niedrigen Heizwärmebedarf haben. Sowie, wenn man die Wärme kurzzeitig benötigt, wie in Bädern oder im Schrebergarten. Noch vor einigen Jahren wurden Infrarot­heizungen nur als Not- oder Zusatzheizung empfohlen. Ein Argument der IR-Heizungs-Befürworter ist, dass die benötigte Energie durch eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt werden kann, der Nutzer demnach autark heizen könne. „Nur liefert die PV-Anlage im Winter, wenn Heizungen auf Hochtouren laufen, am wenigsten Strom, daher ist sie auch kein Beitrag für den Umweltschutz“, relativiert Burtscher. Infrarotheizungen werden als umweltfreundliche und energiesparende Alternative angepriesen, doch benötigen sie im Vergleich zu einer Wärmepumpe viermal mehr Energie, rechnet Helmut Burtscher vor. Mit einem Rückbau der Atomenergie in Europa werden auch die Strompreise steigen, was bei der Kalkulation einer möglichen Infrarotheizung bedacht werden sollte.

Infrarotheizung im Vergleich

» Wärmebedarf für ein „normales“ Einfamilienhaus (Heizung, Warmwasser): 20.000 kWh – entspricht rund 2000 Liter Heizöl oder 2000 m3 Erdgas » Wird das Einfamilienhaus elektrisch direkt beheizt – Infrarotheizung und Elektroboiler – werden 20.000 kWh Strom benötigt. » Einsatz von Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser – Reduktion der Energiemenge auf 5000 kWh » Energiekosten für 20.000 kWh (ohne Wirkungsgrad): Heizöl: 7 Cent pro kWh = 1400 Euro Erdgas: 5,5 Cent pro kWh = 1100 Euro Strom direkt: 12,4 Cent pro kWh = 2480 Euro Strom mit Wärmepumpe: 3,1 Cent pro kWh = 620 Euro Pellets: 5 Cent pro kWh = 1000 Euro » Mit Strom direkt zu heizen, ist die teuerste Art der Wärmeaufbereitung – in Bezug auf Betriebskosten.

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung von Illwerke VKW.

Quelle: http://www.vol.at/heizen-mit-infrarotheizungen-unter-die-lupe-genommen/4992122

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