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Hochspannung ab 2017

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Das Obervermuntwerk II wurde als schnell regelfähiges Pumpspeicherkraftwerk konzipiert und wird quasi als riesige Batterie in den Alpen dafür sorgen, dass sekundenschnell Energie produziert und ans Netz geliefert, oder aus dem Netz entnommen werden kann.

Entscheidend für die Energiewende, also den Umstieg auf erneuerbare Energien, wird es sein, genug Speicherkapazität zur Verfügung zu stellen, um die Energie immer dann zu liefern, wenn sie benötigt wird. Das Obervermuntwerk II ist genau darauf ausgelegt, binnen Sekunden zwischen Produktion und Entnahme wechseln zu können. Flexibilität, wie sie im europäischen Verbundnetz dringend gebraucht wird. So ist die Anbindung des Kraftwerks an das bestehende Netz besonders zentral. Das ist der Weg der Energie aus dem Obervermuntwerk II nach Europa:

1. Trafokaverne – das Herz In der riesigen Trafokaverne des Obervermuntwerks II befinden sich zwei große Transformatoren, in denen die erzeugte Energie auf die 220-Kilovolt-Ebene transformiert wird. Über eine 220-Kilovolt-Schaltanlage fließt der Strom in den sogenannten Kabel-/Fluchtstollen, sozusagen die Verbindung der Trafokaverne mit der Außenwelt. Dieser Stollen soll – wie der Name bereits verrät – nicht nur für den Energietransport genutzt werden, sondern auch als Fluchtstollen zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck wurde der Stollen mit einer Beton-trennwand zweigeteilt.

2. Trominierstollen Für den Weitertransport der Energie dient nach einem kurzen unterirdischen Teilstück der bereits in den 1920er-Jahren eröffnete, über zwei Kilometer lange, Trominierstollen. Die Leitungen verlaufen in der Stollensohle. Um die Leerrohre verlegen zu können, ohne den wichtigen Per-sonentransport mittels Tunneltaxi für den Wintertourismus langfristig zu behindern, wurde die Sohle rund zwei Meter abgesenkt. Im aktuellen dritten Baujahr wurde nun eine Asphaltschicht aufgetragen – der Trominierstollen ist damit bereits fertiggestellt.

3. Steilstrecke Vermunt Vom Portal des Trominierstollens bei der Bergstation der Vermuntbahn führt der Energietransport dann weiter über die Steilstrecke des ehemaligen Schrägaufzugs. Das ist zum Ende des Baus auch der einzige Abschnitt, der vom Tal aus gesehen werden kann. Allerdings nicht auf Dauer, denn hier wurden insgesamt über 400 Betontröge installiert, die im Anschluss wieder begrünt werden, sodass von der Baustelle später nichts Sichtbares bleiben wird.

4. 220-Kilovolt-Schaltanlage des Kopswerk I Am Ende der Steilstrecke münden die Kabel in die bereits vorhandene 220-Kilovolt-Schaltanlage des Kopswerk I. Von dort aus wird die Energie auf bereits lange bestehende Energietrassen verteilt.

1000 Meter Kabel auf einer Trommel Fünf Kilometer lang ist so die gesamte Energietransport-Trasse des Obervermuntwerk II, die bis Ende 2017 so weit fertiggestellt sein soll, dass das Hochspannungssystem zu diesem Zeitpunkt erstmals in Betrieb gesetzt werden kann. Mittels Schwertransport trafen im Sommer 2016 bereits die ersten Hochspannungskabel auf der Baustelle ein und wurden auf der Strecke zwischen Kabel-/Fluchtstollen und Trominier eingezogen. Rund 1000 Meter sind dabei auf einer Trommel aufgezogen – größere Längen sind aufgrund des hohen Gewichts nicht möglich. In eigenen Muffenbauwerken werden die Kabel schließlich miteinander verbunden. Während die Fachleute penibel darauf achteten, dass die Kabel beim Einzug nicht beschädigt werden, erreichte die Leitung den Zielpunkt und so kann ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt erfolgreich quittiert werden.

Quelle: http://www.vol.at/hochspannung-ab-2017/5060479

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