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Kraftwerk am Dach

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Strom selbst erzeugen

Selbst Strom zu erzeugen hat Charme. Auch in Vorarlberg sieht man immer mehr Photovoltaikanlagen. Damit sich eine Ökostromanlage rentiert, gilt es jedoch eine Reihe von Kriterien zu berücksichtigen.

Rund 80.000 Quadratmeter Sonnenstrompaneele wurden in Vorarlberg in den vergangenen Jahren verbaut. Ein Grund für die hohe Popularität der Photovoltaik(PV)-Anlagen sind die stark gesunkenen Investitionskosten. „Diese sind rund 40 Prozent niedriger als noch vor eineinhalb, zwei Jahren“, berichtet Wilhelm Schlader vom Energieinstitut Vorarlberg. ,,Mittlerweile ist das Thema Photovoltaik also auch finanziell interessant.“

Außerdem sei die Technik ausgereift, betont Schlader. ,,Darüber hinaus ist die Stromproduktion ökologisch einwandfrei.“ Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass bei Herstellung und Transport der Module – die häufig aus China stammen – graue Energie entsteht. ,,Ein PV-Modul muss in diesem Fall zwei bis maximal drei Jahre Strom liefern, dann ist man ökologisch auch hier zu 100 Prozent auf der sauberen Seite“, so Schlader.

Das Prinzip der Stromerzeugung ist denkbar einfach: Sonnenlicht wird in Strom umgewandelt. Die PV-Module werden meist entweder auf dem Dach angebracht oder in die Dachhaut integriert. ,,Der Trend geht angesichts höherer Förderungen in Richtung gebäudeintegrierte PV-Module“, erörtert Matthias Lins von der Firma Energia Solar. ,,Vom Schutzdach zum Nutzdach.“ Im Idealfall zahle sich das Dach in einigen Jahren selbst ab. Gerade bei dieser Montageart sei es jedoch unerläss1ich, einen Fachmann, sprich einen Dachdecker, zurate zu ziehen:,,Es muss auf eine gute Hinterlüftung geachtet werden und darauf, dass das Wasser entsprechend abrinnen kann.“

Diverse Module am Markt

Am Markt werden derzeit monokristalline, polykristalline und Dünnschichtmodule angeboten.,,Da Dünnschichtmodule zwar billiger, aber etwas weniger effizient sind und deutlich mehr Fläche benötigen, um denselben Ertrag zu liefern, hat sich dieser Modultyp bei Gebäudeanlagen nicht durchgesetzt“, erläutert Markus Natter von der VKW. Bei Einfamilienhäusern kommen daher praktisch nur mono- und polykristalline Module zumEinsatz. ,,Diese liefern in unseren Breitengraden in etwa den gleichen Ertrag.“ Eine Fotovoltaikanlage ist im Betrieb unproblematisch und wartungsarm, allerdings nicht wartungsfrei. Das heißt, es bedarf regelmäßiger Kontrollen. ,,Wenn es durch Laub, Moosbewachsung oder Ruß zu Verschmutzungen kommt, muss man die Module reinigen“, betont Natter. ,,Andernfalls kommt es zu Ertragseinbußen.“ Solche gibt es auch bei Verschattungen, Hitze – wie bei a1len elektrischen Bauteilen – und bei Schnee.

Leistung genau errechenbar

,,Fachleute können mit Hilfe von Computerprogrammen bereits im Vorhinein ziemlich genau berechnen, was eine PV-Anlage später zu leisten imstande ist“, informiert Matthias Lins. ,,Am effizientesten sind Anlagen, die nach Süden ausgerichtet sind und einen Neigungswinkel von 30 Grad aufweisen.“ Um eine Leistung von einem Kilowatt- Peak (: Spitzenleistung; kWp) zu erreichen, werden acht bis zehn Quadratmeter Kollektorenfläche benötigt. Zur Orientierung: Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt etwa 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Um die entsprechende Strommetge zu produzieren, würde man in diesem Fall eine 5-kWp-Anlage benötigen.,,Dadurch lassen sich dann zwischen 20 und 40 Prozent des eigenen Strombedarfs abdecken“, so Lins. Dass dieser Prozentsatz nicht höher ist, liegt in der Natur der Sache: Der Strom muss verbraucht werden, sobald er erzeugt wird. Generell gilt: Wer plant, eine Photovoltaikanlage zu installieren, sollte sich zuerst seine Stromrechnung ansehen. Im Wesentlichen gibt es in Vorarlberg zwei Arten von PV-Anlagen: netzgekoppelte Anlagen und Inselanlagen. Erstere verfügen über einen Anschluss ans Stromnetz und sind im Ländle die Regel, ,,letztere sind die Ausnahme und bei Almhütten oder Gebäuden ohne Zugang zum Netz zu finden“, sagt Matthias Lins.

Vor Errichtung Erkundigungen einholen

Nachdem die PV-Anlage geplant wurde, ist a1s nächstes der Anschluss an das Stromnetz sicherzustellen. Das Prozedere ist dabei stets das Gleiche: ,,Es muss eine Anfrage bei der Vorarlberger Energienetze GmbH gestellt werden“, informiert Markus Natter. Dann würde ermittelt, ob am konkreten Standort ,,der Anschluss einer Anlage dieser Größenordnung möglich ist“. Es empfiehlt sich daher, die Anfrage vor (!) Errichtung der Anlage zu stellen. ,,Denn es gab schon Fälle, in denen der Anschluss nicht möglich war“, so Natter. Passt alles, erhält der Interessent einen Netzzugangsvertrag übermittelt. Nach Fertigstellung schickt der Fachmann, der die PV-Anlage installiert hat, ein Abnahmeprotokoll und eine Fertigstellungsmeldung an die VKW. Abschließend wird ein Zähler montiert, der über die Strombewegungen Aufschluss gibt. Die PV-Anlage ist damit einsatzbereit.

(Quelle: energia solar Handels GmbH)

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