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Leistbares Wohnen mit Atmosphäre

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Noch immer ist der Traum sehr vieler Menschen das eigene Haus mit Garten. Trotz des Wissens um die Problematik der Zersiedelung der Ortschaften bzw. um die hohen Kosten, die die Umsetzung dieser Sehnsüchte etwa in der Form hoher Infrastrukturkosten, aber auch das Explodieren des Nahverkehrs nach sich zieht. Der Wunsch nach der privaten Idylle bleibt aber ohnehin nicht zuletzt durch die für die meisten unbezahlbaren Grundstückpreise reine Illusion. Aber selbst der Kauf einer Eigentumswohnung ist besonders für die Mehrzahl junger Menschen angesichts explodierender Quadratmeterkosten ein oft kaum zu stemmender finanzieller Kraftakt.

Am Schlössleweg ist allerdings neben zwei RIVA-home-Projekten auch ein frei finanziertes Mehrfamilienhaus entstanden. Wodurch klar ablesbar wird, was das eine kann, was die anderen nicht können. Während etwa die Besitzer der neun Eigentumswohnungen mit dem Lift fahren können, müssen die RIVA-Stufenkäufer Stiegen steigen und auf Barrierefreiheit verzichten. Zwei Punkte, die etwa bei Wohnbauten, die mit Mitteln der Wohnbauförderung errichtet werden, Bedingung wären. Bei RIVA kann der potenzielle Bewohner allerdings mit der Hälfte des üblichen Eigenkapitals einsteigen, zahlt elf Jahre lang eine leistbare Miete und übernimmt die Wohnung dann zum anfangs festgelegten Fixpreis.

Das frei finanzierte Wohnhaus ist ein gedämmter Massivbau mit einer Außenhaut aus vorvergrauten Holzschindeln. Die RIVA-Projekte sind dagegen aus vorgefertigten Holz-elementen mit außen weiß lasierter Fichtenschalung gebaut. Die Decken, Stiegenhäuser und tragenden Innenwände sind hier aus Sichtbeton, in den Wohnungen liegen auf den Betondecken Vinylböden, während in den Wohnungen gegenüber nach den Wünschen der Käufer echter Parkett verlegt ist.

„Die Frage war, was kann man weglassen, wo sinnvoll reduzieren, ohne die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig zu beschneiden“, sagt Oliver Baldauf. Dass dieser Seiltanz zwischen architektonischer Qualität und Leistbarkeit bei den zwei RIVA-Projekten ohne Kompromisse nicht zu schaffen war, liegt auf der Hand. Etwa wenn es um die Wahlfreiheit bezüglich Innenausstattung geht. Die je neun Wohnungen sind klein, die Grundrisse aber durch die Vermeidung von Gängen geschickt geplant und die Raumhöhen von 2,50 Metern schaffen zusätzliches Volumen. Bodenheizung gibt es hier keine, die Küchen sind genormt. Die Fenster haben alle dieselbe Größe und sind im Gegensatz zu dem freifinanzierten Bau nebenan relativ klein, allerdings raumhoch. Ausgeführt als Kombination von öffenbarem Fensterflügel mit Fixverglasung im unteren Teil oder als Türe zu kleinen Balkonen, die wie braune Kästen aus der Fassade geschoben sind.

Diese Fenster beziehungsweise Mini-Balkone gliedern die Fassaden der weißen RIVA-Bauten raffiniert, geben ihnen ein extravagant trotziges Gesicht. Als Ersatz für die Terrassen bzw. Balkone, über die die Bewohner der Nachbarschaft verfügen, gehört hier zu jeder Wohnung ein Gartenanteil samt privater absperrbarer Kabane. Und statt der Tiefgarage gibt es bei den nicht unterkellerten RIVA-Projekten einen Carport für jede Einheit. Aber ganz ohne „Luxus“ (Oliver Baldauf) geht es auch bei RIVA nicht ab: In der Form eines leicht geschwungenen, auskragenden Satteldachs.

Daten & Fakten

Objekt Wohnanlage Schlössleweg, Dornbirn Mühlebach Eigentümer/Bauherr Hefel Wohnbau und RIVA home Architektur Baumschlager Hutter ZT GmbH, Dornbirn, baumschlagerhutter.com Statik Mader – Flatz, Bregenz Planung 6/2015– 12/2015 Ausführung 4/2016–7/2017 Grundstücksgröße 3173 m² Wohnnutzfläche 1830 m² Keller 800 m² Bauweise: Gebäude Hefel Wohnbau: Massivbau Ziegel mit Schindelschirm; Flachdach als Warmdach; Holz-Alufenster, Parkettböden Gebäude RIVA home: Mischbauweise, Außenwände in Holzelementbauweise; lasierte Rhombusschalung; Geschoßdecken und Trennwände Stahlbeton Besonderheiten: Die RIVA home-Gebäude haben Gartenanteile mit Kabanen statt Unterkellerung. Ausführung: Gebäude Hefel Wohnbau: Baumeister und Innenausbau: Hefel Hoch- und Tiefbau, Lauterach; Zimmerer: Summer Holzbau, Röthis; Fenster: Zech, Dornbirn; Spengler: Nagel, Höchst; Böden: Fischer, Hard; Fliesen: Moosbrugger, Au; Türen: Inbau, Klaus; Heizung/Lüftung: Strele, Dornbirn ; Elektro: Willi, Andelsbuch; Garten: Winder, Dornbirn; Gebäude RIVA home: Baumeister: Erich Moosbrugger, Andelsbuch; Zimmerer: Martin, Dornbirn; Fenster: Josef, Götzis; Innenausbau: Team Gollner, Höchst; Böden: Room & Elements, Dornbirn; Dachdecker: Willi Blum, Höchst; Spengler: Herbert Nagel, Höchst; Heizung/Lüftung: Strele, Dornbirn; Elektro: Willi, Andelsbuch; Maler: M3, Lustenau; Türen: Inbau, Klaus; Estrich: Burtscher, Nüziders; Garten: Werner Hauser, Lauterach Energiekennwert 27 kWh/m² im Jahr (Hefel, HWB), 31 kWh/m² im Jahr (Riva, HWB) Baukosten 2850 Euro/m² (Hefel, inkl. Tiefgarage), 1950 Euro/m² (RIVA, inkl. Carport)

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich: vai Vorarlberger Architektur Institut Mehr unter architektur vorORT auf v-a-i.at

Mit freundlicher Unterstützung durch Arch+Ing

Quelle: http://www.vol.at/leistbares-wohnen-mit-atmosphaere/5351595

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