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Sparen durch Röhrentausch

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In fast jedem Gebäude sind sie verbaut, ob in Garagen, Gängen oder Sporthallen: Leuchtstoffröhren – auch Neonröhren genannt – sind die am häufigsten verwendeten Leuchtmittel in der Beleuchtungsindustrie. „Die Technologie ist ständig weiterentwickelt worden und die Lichtausbeute ist sehr gut. Mit einer höheren Lichtausbeute und gezielteren Lichtabgabe übertrifft die LED-Technologie die Effizienz von Leuchtstofflampen. Bei vergleichbarer Beleuchtungsqualität können Stromkosten erheblich gesenkt werden“, informiert Energieexperte Helmut Burtscher von Illwerke VKW. Der Austausch der Leuchtstoffröhren auf LED-Röhren ist, so der Experte, „eigentlich“ einfach, kann aber Gefahren mit sich bringen und sich, abhängig von der Brenndauer, schon in wenigen Monaten amortisieren. Leuchtstoffröhren mit G13-Sockel können gegen LED-Alternativen getauscht werden. Die Länge der alten Leuchtstoffröhre und das Vorschaltgerät, das in der Leuchte verbaut ist, müssen beachtet werden. Das Umrüsten ist abhängig vom Typ des Vorschaltgerätes und der Schaltung der Leuchte.

Typen von Vorschaltgeräten

» KVG: Konventionelles Vorschaltgerät, mit Starter » VVG: Verlustarmes Vorschaltgerät, mit Starter » EVG: Elektronisches Vorschaltgerät, ohne Starter

„Gibt es keinen Starter für die Röhre und das Licht ist beim Starten flackerfrei, wird die Leuchte mit EVG betrieben. Werden LED-Röhren statt Leuchtstofflampen in Leuchten eingesetzt, die zuvor mit einem Vorschaltgerät KVG oder VVG betrieben wurden, muss der Starter gegen die mitgelieferte Starterüberbrückung getauscht werden, sonst wird LED-Tube kurzgeschlossen und beschädigt“, macht der Experte aufmerksam. Beim Einbau in eine sehr alte Fassung sollte, so Burtscher, die Röhre mehrmals in beide Richtungen gedreht werden, das gewährleiste einen sauberen Kontakt. Stark veraltete und spröde Fassungen müssen beim Umbau durch eine fachkundige Person getauscht werden. Sollte die LED-Tube nach dem Einbau flackern oder nicht die volle Helligkeit erreichen, liegt ein Kontaktproblem vor und die Fassung muss ersetzt werden. Zusätzlich zum Stromverbrauch der neuen LED-Röhre sorgen nicht entfernte oder nicht überbrückte KVG für unnötige Verluste. Außerdem verkürzen KVG die Lebensdauer der LED-Röhren. „Das Entfernen bzw. Überbrücken darf nur von einer Fachkraft durchgeführt werden“, macht er aufmerksam. Der Verlust der VVG ist wesentlich geringer und daher sei das Entfernen bzw. Überbrücken laut Burtscher nicht so wichtig. „Vor dem Umrüsten auf LED-Technologie ist stets die Stromzufuhr zu unterbrechen. Der Umbau von Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät EGV darf nur von Fachpersonal durchgeführt werden. Jede auf LED-Röhre umgerüstete Leuchte ist mit einem neuen Typenschild (Hinweisschild) zu kennzeichnen.“

Wichtig: Bei Verwendung von LED-Röhren als Ersatz für bestehende Leuchtstoffröhren können, je nach technischem Aufbau, erhebliche Gefahren entstehen. Im schlimmsten Fall kann man sich beim Ersatz der Röhre elektrisieren.

Richtige Produktauswahl Energie-Experte Helmut Burtscher empfiehlt Qualitätshersteller von LED-Leuchtstoffröhren zu bevorzugen, da nur diese die hohen Qualitätsansprüche gewährleisten können: z. B. hochwertiges Gehäuse (Aluminium), lange Lebensdauer (mind. 30.000 Stunden), schnelle Startphase (unter einer Sekunde), drehbarer Sockel, Spannungsversorgung von 100 bis 240 Volt, europäischer Hersteller. Der Einsatz geprüfter und zertifizierter Retrofit-Modelle, mit der neuen Sicherheitsnorm ÖNORM EN 62776 für zweiseitig gesockelte Lampen, seien zu empfehlen.

Lichtqualität und Schutz Werden ursprüngliche Leuchtmittel ausgetauscht, so kann dies eine Beeinträchtigung der Funktion der Leuchte im Hinblick auf Reflektion, Lichtqualität,  Beleuchtungsstärke, Lichtverteilung, Blendung und Lichtfarbe bedeuten, informiert Burtscher. Dabei könne z. B. zu wenig, aber auch zu viel Helligkeit nachteilige Wirkungen haben. LED-Leuchten können auch in ihren Merkmalen von Leuchtstofflampen stark abweichen und an bestimmten Einsatzorten (z. B. Maschinen) ungeeignet sein. Es ist anhand einer Prüfung zu bestätigen, dass durch den Umbau die Sicherheit von Arbeitnehmern nicht beeinträchtigt wird.

Ersatz und Entsorgung Da Leuchtstofflampen meist Quecksilber enthalten, ist auf eine ordnungsgemäße Demontage, Lagerung und Entsorgung zu achten. Quecksilber kann bei zerbrochenen Leuchtstofflampen bereits bei Zimmertemperatur Dämpfe abgeben, die giftig wirken. Bei einem schlechten Zustand von vorhandenen Fassungen ist im Sinne einer langfristigen Kostensenkung eine Erneuerung des Beleuchtungskörpers ratsam.

LED-Röhrentausch 1. Stromversorgung abschalten 2. Konventionelle Röhre um 90° drehen 3. Röhre vorsichtig entfernen 4. Starter entfernen 5. LED-Starter (Starterüberbrückung) einsetzen 6. LED-Röhre einsetzen 7. LED-Röhre um 90° drehen, dabei die Lichtabstrahlrichtung beachten 8. Stromversorgung einschalten

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der Vorarlberger Nachrichten mit Unterstützung von Illwerke VKW.

Quelle: http://www.vol.at/sparen-durch-roehrentausch/5082364

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