Niedrige Betriebskosten durch Passivhauskonzept

Lauterach - Nur 100 Euro Betriebskosten zahlt Isabel Pruscha für ihre neue 60 Quadratmeter- Wohnung in Lauterach. Ein ausgeklügeltes Konzept macht dies möglich.
Daten & Fakten

Wohnanalage Gartenpark in Lauterach, 3- Zimmer- Wohnung
Isabel Pruscha

Wohnfläche: 60 m²
Gesamtwohnfläche: circa 1500 m²
Grundstücksfläche: 6500 m²
 
Wohnungen:
2- Zimmer- Wohnungen (45 m²),
3- Zimmer- Wohnungen (60 m²),
4- Zimmer- Wohnung (80 m²),
5- Zimmer- Wohnung (100 m²)
 
Planungszeit: ein Jahr
Bauzeit: zwei Jahre
Bezug: 2010
 
Energie: Passivhaus, kontrollierte Be- und Entlüftung und Grundwasserwärmepumpe, Holzpelletsanlage, die über Fußbodenheizung funktioniert, Solaranlage fürs Warmwasser
Ausführende Unternehmen

Architektur
Kurt Pfister (Hefel Wohnbau)



Bauunternehmen
Hefel Wohnbau

Vom ersten Moment an begeistert: Das war Isabel Pruscha von der Passivhausanlage „Gartenpark“ in Lauterach. Das Konzept, nicht nur auf Energieeinsparung zu achten, sondern die gesamten Betriebskosten durch praktische Planung und geschicktes Management effizient zu reduzieren, gefiel der 30-jährigen Harderin. Und das, obwohl die Krankenpflegerin ihre Heimatgemeinde eigentlich nie verlassen wollte. „Erst nachdem ich den Kaufvertrag unterschrieben hatte, wurde mir klar, dass ich gehe“, erinnert sie sich. „Das hat mich dann schon ein bisschen wehmütig gemacht.“

Doch die Vorteile lagen ganz klar auf der Hand. Hefel Wohnbau hat der Idee den Namen „Passivhauswohnen hoch drei“ gegeben. „Wir haben uns schon bei der Planung zum Ziel gesetzt, dass pro Jahr rund 50 Prozent der Gesamtbetriebskosten eingespart werden sollten“, erklärt Baumeister Wilfried Hefel. Dabei ergäbe sich die große Reduktion oft durch ganz kleine Details, die nur mit wenigen Euro zu Buche schlagen würden. Zum Beispiel durchs Kabelfernsehen. Der Anschluss ist mit einer monatlichen Gebühr verbunden. „Wir haben uns für eine Sat-Anlage entschieden, weil so nach der Anschaffung keine Kosten mehr entstehen“, begründet Hefel. Auch kommt die Wohnanlage durch ihre kompakte Bauweise trotz 30 Einheiten mit nur einem Lift aus. In Sachen Wartung ist zudem ein Intervall von einem Jahr ausreichend. Darauf haben wir bei der Auswahl der Aufzugsfirma geachtet“, nennt der Unternehmer einen weiteren Kostenvorteil und verweist außerdem noch auf die Tiefgarage: „Die Einfahrt wurde nämlich bewusst überdacht, unter anderem damit im Winter weniger Schnee geschaufelt werden muss.“
 
Das Ergebnis: Isabel Pruscha bezahlt für ihre Drei-Zimmer-Wohnung (60 Quadratmeter) nur 100 Euro Betriebskosten. Und das garantiert. Denn die Zahlen werden regelmäßig überprüft und ausgewertet. „Kommt es zu Auffälligkeiten, können wir auch gleich etwas dagegen unternehmen“, erklärt Hefel. Für das Konzept „Passivhauswohnen hoch drei“ erhielt Hefel Wohnbau den Energy-Globe Vorarlberg 2010. Und was die Qualität betrifft, bekam die Lauteracher Baufirma sogar als erstes Passivhaus das Zertifikat des renommierten Passivhaus-Instituts Darmstadt (VN Leben & Wohnen berichtete).
 
Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer mit extrem geringem Energieaufwand erreicht wird. Isabel Pruscha hat eine Raumtemperatur von 21 bis 22 Grad, ohne nur einen Cent zu bezahlen. Ist der jungen Eigentümerin zu kalt, kann sie zusätzlich heizen. Dafür wurde eigens eine Holzpellets-Zentralheizung eingebaut. „Wenn ich ehrlich bin“, sagt sie, „ich heize viel weniger oft als ich gedacht habe.“
 
Pruscha hat sich „eine kleine Wohlfühloase“ geschaffen. „Ich komme gerne nach Hause und genieße das Daheimsein richtig“, dazu trägt auch die tolle Raumaufteilung bei, die sie auch selbst mitgestaltet hat. „Und zugegeben: Ein bisschen spielt natürlich auch das Gefühl mit, die erste eigene Wohnung zu besitzen“, lacht die Krankenpflegerin.
 
[Quelle: vol.at]

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